Meilensteine

1800

Jacob Weisser betreibt um 1800 in Langenschiltach eine Poststation mit Huf- und Wagenschmiede.


1830

Sein Sohn Johann Georg Weisser fertigt in seiner “Schlosser und Zeugschmiede” bereits mit zwei Gesellen kleine Drehbänke und Schraubstöcke.


1842

Die Verlegung der neuen Poststraße, die nun nicht mehr durch Langenschiltach führt, macht es für Weisser notwendig umzuziehen. Er verlässt Langenschiltach und richtet im vier Kilometer entfernten St. Georgen, das an der neu erbauten Poststraße liegt, eine Schmiede ein.


1855

Die neue Straße bringt der Stadt wirtschaftlichen Aufschwung. Da die Uhrmacherei zur damaligen Zeit die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung in dieser Region darstellt, steigt auch die Nachfrage nach Werkzeugen und Drehbänken für dieses Handwerk. Um dieser kontinuierlich steigenden Nachfrage gerecht werden zu können, kauft Johann Georg Weisser im Jahre 1855 ein neues und größeres Fabrikgebäude. Dieses Gebäude befindet sich noch heute auf dem Betriebsgelände der Firma J.G. WEISSER SÖHNE.


1856

Mit der Gründung der Maschinenfabrik J.G. WEISSER SÖHNE im Jahre 1856 beginnt die fabrikmäßige Herstellung von Maschinen und Werkzeugen. Der Beschlag der Post- und Frachtpferde wird am neuen Standort nicht mehr durchgeführt. Der Name “Postschmiede” ist jedoch der Firma WEISSER, besonders im Sprachgebrauch der Mitarbeiter und Bewohner der Stadt St. Georgen, bis heute erhalten geblieben.


1900

Bereits zu dieser Zeit entstehen die ersten automatischen Drehmaschinen, so zum Beispiel ein Einspindelautomat für die Herstellung von Fassondrehteilen und Schrauben, der ZH/ZC mit Trommelkurven für Materialvorschub und Längsschlitten, sowie Scheibenkurven für zwei Planschlitten. Darüber hinaus ein Bohr- und Plandrehautomat mit drei Arbeitsstationen, mit Schaftwellenantrieb und Kupplung für jede Station.


1954

Die legendäre Ära der Baureihe FRONTOR beginnt. Der FRONTOR hat ein kurzes Maschinenbett, da zu dieser Zeit 80% aller Drehteile kürzer sind als ihr Durchmesser. Der erste stirnseitig bediente Futterdrehautomat wird maßgebender Trend im Drehmaschinenbau.


1963

Entwicklung des numerisch gesteuerten Drehautomat “Frontor25” mit BBC-2-Achsstreckensteuerung und patentierter Kolbenklemmung für hydraulische Schlitteneinheiten.


1981

Entwicklung der Drehspindelmaschine DZ mit schwenkbarem, kegelförmigen Spindelträger. Während die horizontale Drehspindel das Werkstück bearbeitet, wird die vertikale Drehspindel be- und entladen. Durch das Einschwenken der Drehspindel in den Arbeitsraum wird die Nebenzeit deutlich gesenkt. Schwer zu spannende und große Werkstücke sind das Einsatzgebiet der DZ 300.


1985

Entwicklung “Hartdrehen statt Schleifen”. Werkstücke, wie PKW-Zahnräder und Getriebewellen, werden nach dem Drehprozess gehärtet und dann geschliffen. Die geforderte Oberflächengüte wird mit dem Hartdrehen erreicht. Der aufwendige Schleifmittelprozess entfällt. Die hohe Stabilität der WEISSER-Drehmaschinen und die Weiterentwicklung der Schneidstoffe sind mitentscheidend für den Erfolg des Hartdrehens. Heute ist diese Technologie Standard in der modernen Fertigung.


1989

Entwicklung der Vertikaldrehmaschinenreihe VERTOR. Die VERTOR wird als stabile, kompakte und preiswerte Vertikaldrehmaschine entwickelt. Die vorwiegend handbestückte Maschine wird als zwei- und vierachsige Variante gebaut. In der automatisierten Version gehört der VERTOR zu den erfolgreichsten Kolbendrehmaschinen.


1993

Bau der ersten PICK-UP Drehmaschine nach WEISSER Patent von 1987. In diesem Jahr wird die bisherige Drehmaschinen-Bauweise komplett neu definiert. Eine verfahrbare PICK-UP-Motorspindel holt sich das Werkstück von einem Transportband zur Bearbeitung und gibt das Fertigteil dort wieder ab. Durch das einfache Be- und Entladen, was früher aufwändiger und teurer Portale bedurfte, sind PICK-UP Maschinen kompakter und preiswerter. Heute bestimmt dieses Maschinenkonzept die Fertigung rotationssymmetrischer Werkstücke.


2002

Weiterentwicklung der Baureihe UNIVERTOR A. Die PICK-UP Drehmaschinenbaureihen werden den Marktanforderungen entsprechend angepasst. Zusatzoperationen, wie Drehen, Bohren, Fräsen, Schleifen und andere Bearbeitungen, werden in dem Maschinenkonzept berücksichtigt. Durch diese Verfahrensintegration wird die Maschinenbaureihe zu einem multifunktionalen Drehzentrum weiterentwickelt.


2004

Entwicklung der “Magnetspindeltechnik”. Die “Magnetspindeltechnik” wird für das Herstellen von Kolbenbolzenbohrungen genutzt und ist durch ein Patent geschützt. Das Prinzip der hochdynamischen Verstellbewegungen stellt das Auslenken einer rotierenden Spindel im Magnetfeld dar. Hiermit ist bei Formbohrungen nicht nur eine Durchmesseränderung in Abhängigkeit der Bohrungstiefe, sondern auch die Änderung der Kreisform, z.B. zur Ovalität, möglich.
Diese neuartige Technik bietet gegenüber konventionellen wälzgelagerten Spindeln gewaltige Vorteile, wie verschleißfreie Rotationsbewegung, Erhöhung der Zuverlässigkeit und Lebensdauer, kein Schmiermittelbedarf, Präzisionsbearbeitung im Mikrometerbereich durch gezielte Auslenkung der Spindel, grafische Analyse der Position des Tool-Center-Points (TCP) zur Optimierung verschiedenster Formen.


2006

WEISSER setzt mit dem Rotationsdrehen neue Maßstäbe im Bereich der Hart-Fein-Bearbeitung von metallischen Werkstücken. Es ist nun möglich drallfreie Oberflächen für höchste Ansprüche herzustellen. Durch die von WEISSER entwickelte und patentierte Technologie werden aufwändige Fertigbearbeitungen wie Schleifen, Rollieren und Bandfinishen ersetzt.


2006

150 Jahre J.G. WEISSER SÖHNE – das Jubiläum wird mit einem großen Festakt gefeiert.


2008

Das Unrunddrehen wird mit der WEISSER HOT V3 für gesteigerte Dynamik weiterentwickelt. Das Einsatzspektrum wird auf polygonale Formen mit großen Hüben erweitert.


2009

Vorstellung der ersten „grünen“ Werkzeugmaschine – WEISSER greenplus®, auf der EMO Mailand. Die intelligente Kombination aus Maschine und Prozess ermöglicht Energieeinsparungen von bis zu 25%.


2011

WEISSER bringt zusammen mit KAPP Coburg die Systemintegration WEISSER-KAPP MultiCELL zur Hartfeinbearbeitung von Zahnrädern auf den Markt.


2011

Mit dem Wirbeldrehen von Taschenfenstern überzeugt WEISSER auf der METAV in Düsseldorf.


2012

Die E-MACHINE wird auf der AMB in Stuttgart vorgestellt. Das energieeffiziente Maschinenkonzept ist konsequent elektrisch und kommt ohne Hydraulik sowie pneumatische Aktuatoren aus.


2012

Einweihung der neuen Technologiefabrik. Mit der neuen Maschinenhalle erweitert WEISSER die Möglichkeiten zur Fertigung besonders großer Maschinenmodelle.


2016

WEISSER feiert das 160 jährige Firmenjubiläum mit einem großen Familienfest und erhält zum Geburtstag einen neuen Straßennamen. Aus der Bundesstraße 1 wird offiziell die  Johann-Georg-Weisser-Straße 1.

 
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